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Die Mehrheitsfraktionen von SPD und Grünen werfen den Befürwortern des 22. September als Abstimmungstermin zum Bürgerentscheid „Stadtteilbibliotheken erhalten" Trickserei ja schon fast Rechtsbeugung vor.
Getrickst hat allerdings der Magistrat in seinem Bemühen den Wahlsonntag im September als Termin für den Bürgerentscheid zu verhindern. Beim üblichen Verfahren hätte der Magistrat auf seiner Sitzung am 4. März über die Beschlussvorlage zum Bürgerentscheid entschieden. Dann wäre diese Vorlage dem  Rechtsausschuss zur weiteren Beratung zugeleitet worden und hätte wegen der normalen Einladungsfristen erst am 11. April im Rechtsausschuss behandelt werden können. 
Die Stadtverordnetenversammlung hätte dann am 22.April abschließend beraten und damit wäre ein Bürgerentscheid am  22. September möglich geworden - völlig im Einklang mit  der Hessischen Gemeindeordnung. Das war aber politisch nicht gewollt. Der Magistrat wollte eine Abstimmung über die Stadtteilbibliotheken zeitgleich mit Landtags- und Bundestagswahl verhindern.

Deshalb hatte Oberbürgermeister Hilgen diese Vorlage noch als Entwurf und bereits vor einem Beschluss im Magistrats an den Rechtsausschuss versenden lassen um eine Beratung noch im März zu erzwingen.

In der Vergangenheit wurde ein solcher beschleunigter Ablauf immer besonders begründet, zum Beispiel mit einzuhaltenden Antrags-Fristen oder mit drohenden finanziellen Nachteilen für die Stadt.  Nichts davon trifft hier zu. Im Gegenteil, hier kommen Mehrkosten auf die Stadt zu.
Die Beschleunigung der Beratung ist reine Willkür mit dem durchsichtigen Ziel, den 22. September als Termin für den Bürgerentscheid zu verhindern. Am 30. Juni wird es wesentlich schwerer werden, die nötige Mindestzahl an Wählerinnen und Wählern an die Urne zu bringen, als am Wahlsonntag im September. "Die Option, dass der Bürgerentscheid an zu geringer Beteiligung scheitern könnte, ist OB Hilgen und Rot-Grün ordentlich etwas wert. Dafür tricksen sie beim Verfahren und geben lieber 250.000 Euro extra aus. ", sagt Norbert Domes, Fraktionsvorsitzender der Kasseler Linken. "Bei soviel Dreistigkeit sagen wir: Jetzt erst recht, die Stadtteilbibliotheken werden verteidigt."