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Die Fraktion der Kasseler Linken kritisiert erneut den Umgang mit den Inhalten und Auswirkungen des Kommunalen Schutzschirms.
„Praktiziert wird eine geheimnisumwitterte Nicht-Informationspolitik, die keinerlei Spielraum für öffentliche Debatten lässt", kritisiert Simon Aulepp für die Fraktion Kasseler Linke. In kleinen Häppchen werden detailarme Fragmente aus OB Hilgens sogenanntem „Spickzettel" veröffentlicht, anstatt die Vorschläge, wie die Bedingung des ausgeglichenen Haushalts erreicht werden sollen mit konkreten Zahlen und Alternativen offen darzulegen. Eine Diskussion um Prioritäten und Auswirkungen der Maßnahmen benötigt Zeit und zeitnahe ausführliche Information „Aber anscheinend ist genau diese Diskussion nicht gewünscht und vorgesehen", äußert sich Aulepp zum Vorgehen.

Bereits im Mai 2012 und erneut im August 2012 hatte die Kasseler Linke in einer Anfrage u.a. nach den konkreten Kürzungsvorschlägen, über die der Magistrat mit der Landesregierung verhandelt, und nach deren Finanzvolumen gefragt.
Auch die Frage, wann die Stadtverordnetenversammlung in die inhaltliche Beratung und Entscheidungsfindung über den Schutzschirm und die Auflagen einbezogen werden soll war Teil dieser Anfrage. Ein Änderungsantrag zur Berichterstattung über die aktuellen Verhandlungen zum Schutzschirm wurde im Juni 2012 gestellt.

Mehreren der kürzlich in der HNA veröffentlichten Maßnahmen zu Kürzungen tritt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kai Boeddinghaus mit dem Vorwurf der völligen Unverhältnismäßigkeit und sozialen Härte entgegen. So sollen unter anderem die Stadtteilbibliotheken und -wie schon länger bekannt- die Bürgerbüros geschlossen werden. Gebühren und Preiserhöhungen bei Kindertagesstätten und in Schulmensen werden geprüft. Zahlen gibt es hierzu keine. Lediglich die den Kürzungen bei den Bürgerbüros gegenüberstehenden Ausgaben zur Erweiterung des nunmehr zentralen Rathaus-Büros werden auf 1,5 Mio. Euro beziffert. Auch städtische Ausbildungsplätze sind des Schutzes nicht würdig. "Wie kann man z.B. dauernd die Wichtigkeit der Bildung betonen und ausgerechnet die Stadtteilbibiliotheken schließen?" fragt Boeddinghaus.

„Da genaue Zahlen bisher nicht offen gelegt wurden, bleibt bewusst offen, wie viel bei den einzelnen Maßnahmen gekürzt werden soll", erläutert Boeddinghaus weiter. „Abzusehen ist aber, dass mit den angedachten Maßnahmen kaum Gelder eingespart werden, die Auswirkungen im sozialen und kulturellen Bereich hingegen sind klar abzusehen und werden das soziale Klima in der Stadt weiter verschlechtern."