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Auf der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von Kasseler Linke.ASG, Grüne, SPD, CDU, FDP und der Stadtverordneten von AUF Kassel und FWG beschlossen, der den Magistrat der Stadt Kassel damit beauftragt, beim Vorstand der Deutschen Bahn AG darauf zu dringen, dass die Ausstellung "Elftausend Kinder" im Kulturbahnhof Kassel gezeigt werden kann.

Der Antrag, der auf Initiative der Kasseler Linken.ASG entstanden war, hat zum Ziel, die Ausstellung der "Fils et Filles des Déportés Juifs de France" (FFDJF) und ihre Unterstützergruppe "Elftausend Kinder" in Deutschland nach Kassel zu holen.

Schon seit Jahren versuchen die Ausstellungsmacher die in Frankreich erfolgreich gezeigte Ausstellung auch bei uns zu zeigen. Sie befasst sich mit der Deportation französischer Kinder und von Kindern nach Frankreich geflohener Deutscher und Angehöriger verschiedener anderer Nationen Europas, in die Todeslager des besetzten Polen. Die Deutsche Bahn AG, die das Hausrecht auf allen Bahnhöfen besitzt, muss für solche Veranstaltungen eine Genehmigung erteilen. Bislang hat der Bahnvorstand nicht nur Genehmigungen abgelehnt, sondern sich auch vorbereitenden Gesprächen mit den Initiatoren der Ausstellung und deren Unterstützergruppen verweigert. Die Kasseler Stadtverordnetenversammlung folgt jetzt ähnlichen Entschließungen in anderen Städten und erhöht damit den Druck auf die Deutsche Bahn AG, sich mit der Ausstellung und damit mit ihrer eigenen Geschichte zu befassen.

„Wir hoffen, dass die Deutsche Bahn AG ihre Verweigerungshaltung aufgibt und Kassel eine der ersten deutschen Städte sein wird, in deren Bahnhof die Ausstellung gezeigt wird,“ erklärt Dr. Marlis Wilde-Stockmeyer, kulturpolitische Sprecherin der Kasseler Linken.ASG, „die Ausstellung befasst sich mit einem der dunklen Kapitel der Geschichte der Deutschen Bahn. Es wäre keine Schande, sondern Ausdruck eines kritischen Umgangs mit der eigenen Geschichte, wenn die Deutsche Bahn AG der französischen Staatsbahn SNCF folgen würde, die die Ausstellung in ihren Bahnhöfen gezeigt hat.“