Die Fraktion Kasseler Linke zeigt sich entsetzt über den überzogenen Polizeieinsatz, bei dem am Montag den 13.12. am frühen Abend zwei Kinder aus dem Kasseler Frauenhaus durch ein großes Polizeiaufgebot abgeholt wurden. Die Kinder wurden anschließend zusammen mit ihrer Mutter in die Türkei abgeschoben.

Fatima A. wurde als Jugendliche nach Deutschland zwangsverheiratet und zur Einreise unter falschem Namen gezwungen. Nachdem sie vor ihrem gewalttätigen Mann geflohen war, hatte sie Hilfe bei den Ausländerbehörden gesucht und ihre Geschichte offen gelegt. Statt die Frau zu unterstützen belegten die Behörden sie mit einer Strafe, die letztendlich nun zu ihrer Abschiebung geführt hat. Fatima A. wurde abgeschoben, obwohl die Polizei über einen bereits eingereichten Asylfolgeantrag informiert war.

Sowohl das ignorante Verhalten der Behörden, als auch der brachiale Polizeieinsatz im Kasseler Frauenhaus, einem Ort, an dem traumatisierte Frauen Schutz finden, wird von der Kasseler Linken auf das schärfste verurteilt. „Das ist ein verheerendes Signal gegenüber allen von Gewalt und Zwangsheirat betroffenen Frauen“, äußert Kai Boeddinghaus im Namen der Fraktion Kasseler Linke.

(Der Name der Frau wurde aus Schutzgründen geändert)