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Deutschland ist im Ländervergleich Spitze! Wo, in der Bildung? Nein, Deutschland ist Spitze in der Rüstungsindustrie, gehört zu den größten
Exporteuren: 3. Platz weltweit und der 1. Platz in Europa. Tödliche Exportschlager „Made in Germany“ sind auf dem Weltmarkt begehrt.

Laut Medienberichten erhielt Dr. Manfred Bode den Bayerischen Verdienstorden als große Unternehmerpersönlichkeit. Er ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Krauss-Maffei-Wegmann (KMW), einem der größten Rüstungsunternehmen mit Beschäftigten in Kassel und München. Dr. Marlis Wilde-Stockmeyer, Stadtverordnete der Kasseler Linke.ASG, kritisiert sowohl den rasanten Aufstieg der Rüstungsindustrie als auch die überaus positive Berichterstattung in der HNA, in der die Entwicklung „zu einem Waffenlieferanten von Weltrang“ als Erfolgsmeldung ausführlichst gefeiert wird.

 

Und wofür? Der neueste Bericht des internationalen Friedensforschungsinstituts Sipri in Stockholm zeigt einen Anstieg von 70% bei deutschen Waffenausfuhren in den Jahren 2004-2008 im Vergleich zu 1999-2003. Keine Waffen in Spannungsgebiete? Das ist vorbei, man schaut lieber nicht mehr genau hin. Laut Sipri ist der wichtigste Wachstumsmarkt für Waffenexporte der explosive Nahe und Mittlere Osten. Selbst bei Konflikten beliefert man beide Seiten. Die Geschäfte sind also todsicher. Hunderte Millionen aus dem Konjunkturpaket II sind für Rüstungsausgaben vorgesehen. Vor wenigen Tagen vergab die Bundesregierung mit mehreren Milliarden Euro die größten Einzelaufträge an Krauss-Maffei-Wegmann und Rheinmetall. Für den Bau des neuen Schützenpanzers Puma, der unter anderem in Afghanistan eingesetzt werden soll.
„Lernt man gar nichts aus der Geschichte? Auch nicht in Kassel?“, fragt Marlis Wilde-Stockmeyer. Dass Kassel im 2. Weltkrieg zu 80% zerstört wurde, hing doch mit der Kasseler Rüstungsindustrie zusammen. Kassel war bereits im 2. Weltkrieg und ist auch heute wieder ein Zentrum für den Panzerbau und für Militärtechnik insgesamt. Die 2 wichtigsten deutschen und europäischen Panzerbauer sind auch in Kassel: Kraus-Maffei-Wegmann und Rheinmetall. Milliardengewinne in der Rüstungsindustrie bedeuten auch Millionen Tote und Verletzte weltweit.
„Krieg führt nicht zum Frieden. Wir müssen politisch umsteuern: Statt „todsicherer“ Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie muss an einer
Konversion, an der Umstellung auf zivile Produkte gearbeitet werden“, fordert Wilde-Stockmeyer.