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Um existenzsichernde Arbeit in der Gebäudereinigung zu gewährleisten, muss die Stadt aus Sicht der Kasseler Linken als öffentlicher Auftraggeber voran gehen. „Die Stadt spart seit 20 Jahren unter Federführung von RotGrün auf dem Rücken der Beschäftigten – durch Fremdvergabe, Verringerung der Reinigungsintervalle und Vergrößerung der zu reinigenden Flächen. Diesen Trend gilt es umzukehren“, fordert Lutz Getzschmann, Fraktionsvorsitzender der Kasseler Linken. Seit der Umstrukturierung der Reinigung 1999 wurden nach Darstellung im Haushalt 20 Mio. Euro städtische Mittel durch Fremdvergabe eingespart. Geld, das sonst bei den Beschäftigten geblieben wäre. Im Haushaltsplan 2019 heißt es angesichts der gestiegenen Herausforderungen etwa durch Ganztag und Inklusion: „Die Einsparungen der Vergangenheit werden ohne Qualitätsminderung nicht mehr zu erzielen sein (…)“ (HH, S. 65). Die Gebäudereinigung zählt zu den prekärsten Branchen, in der vor allem Frauen, viele mit Migrationshintergrund, oft in Teilzeit arbeiten und von Armut trotz Arbeit und Altersarmut betroffen sind. Wolfgang Decker von der SPD, Stadtverordneter und Landtagsabgeordneter, sprach seine Unterstützung für die Forderungen der Beschäftigten aus. „Wir erwarten mit Spannung, welche Schritte seitens der Stadt eingeleitet werden, um das Lohndumping zu beenden“, ergänzt Lutz Getzschmann. Eine entsprechende Anfrage stellt die Kasseler Linke im Finanzausschuss.
Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks hat den Rahmentarifvertrag für die Branche zum 31. Juli gekündigt. Die Gewerkschaft IG BAU befürchtet eine weitere Verschlechterung der Standards. Am 15.8. findet die erste Tarifverhandlung statt. Die Kasseler Linke wünscht den Beschäftigten viel Erfolg und Kampfbereitschaft für die Tarifrunde.