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"Es ist erfreulich, dass sich nach den Grünen auch Teile der SPD für den Ausbau der Radinfrastruktur stark machen“, so Lutz Getzschmann Fraktionsvorsitzender, der Kassel Linken. “Für eine Verkehrswende braucht es allerdings einen dauerhaften Umbauprozess und dauerhaft Geld. Mit der bisherigen Symbolpolitik, wenig Geld und den eher konfliktfreieren Streckenabschnitten ist das nicht hinzubekommen.“
Um genügend Geld und Personal für den Einstieg in die Verkehrswende bereit zu stellen, hat die Kasseler Linke 5,96 Mio und 5 zusätzliche Stellen in dem Änderungsantrag Radbegehren umsetzen – Verkehrswende starten gefordert.
Der Vorschlag der Grünen eine Spur der Wilhelmshöher Allee für den Radverkehr zu nutzen ist für Schnell- und Elektroradler interessant. Für die anderen Radler bietet die Route 10 vom Wilhelmshöher Bahnhof zum Holländischen Platz eine Alternative mit weniger Steigungen.

Bei dem Ausbau der Radroute 10, der 2005 geplant und 2006 umgesetzt werden sollte, hatte der adfc in 2015 eine Liste mit Forderungen wie Fahrradstraßen in Königstor und Mauerstraße und die ebenerdige Querung des Hopla an die Stadtverordneten gerichtet. Direkt erkennbare Auswirkungen hatte dieser Vorstoß, der von der Kasseler Linken als Antrag aufgegriffen worden war, nicht.
Spannend wird es bei der Wilhelmshöher Allee dann im Detail an den Kreuzungen und Engstellen. Eine Schnellroute bei der Radler*innen dann zum Beispiel an dem Überweg bei Glinike mit dem Autoverkehr auf eine Spur gezwängt werden ist eher eine Verschlechterung. Der kostenträchtige Umbau mit einem Durchlass für Radler*innen über die Fußgängerweg-Ausbuchtung könnte es lösen. Die Querung der Kreuzungen komfortabel und sicher für Radler*innen mit Streifen und Aufstellfläche sicherzustellen, erfordert Geld und den Willen dies durchzusetzen. Die immer mal wieder auf den relativ breiten Bürgersteigen Radelnden auf die Straße zu bekommen ist ein guter Ansatz. An etlichen Stellen kann dafür die Neuaufteilung der Verkehrsflächen und damit eine große, teurere Lösung notwendig sein.
In den letzten Jahren fanden Projekte, die nur anlässlich der Verbesserungen für den Radverkehr gestartet worden sind, leider nur in wenig konfliktträchtigen Abschnitten wie der Fiedlerstraße, der Menzelstraße oder geplant in der Goethestraße Raum. Die angrenzenden Kreuzungen mit einem hohen Gefahrenpotential und größeren Umbaukosten sind dabei sorgsam von Maßnahmen ausgespart geblieben.

Hintergrund:
Der Antrag Radbegehren umsetzen – Verkehrswende starten
Der Antrag Radverbindungen verbessern – Planung erstellen aus 2015