Die Kasseler Linke kritisiert den überteuerten Ankauf der landeseigenen Immobilie Frankfurter Straße 84 und 84a (ehem. Versorgungsamt)durch die landeseigene Nassauische Heimstätte. Die Nassauische Heimstätte hat das Grundstück Ende letzten Jahres in einem Bieterverfahren für 18,3 Millionen Euro erworben. Laut Bodenrichtwert liegt der Wert gerade mal bei 2,5 Mio. Euro, das Land selbst spricht von einem Verkehrswert zwischen 4 und 5 Millionen Euro. „Hier wird ein öffentliches Wohnungsunternehmen geschröpft,

statt dass ein Konzept für günstige Wohnungen den Zuschlag erhält“, so Mirko Düsterdieck, finanzpolitischer Sprecher der Kasseler Linken. Eine öffentliche Wohnungsbaugesellschaft sollte vor allem bezahlbare Wohnungen schaffen. Auf dem Gelände sollen knapp über 300 Wohnungen entstehen, lediglich 25 Prozent davon sozial gefördert. Wie hoch am Ende der Quadratmeterpreis ist, ist damit ebenso noch offen.
Da davon auszugehen ist, dass der überhöhte Kaufpreis für das Areal in die Kalkulation der Mietpreise einfließen wird, ist ohne politisches Gegensteuern ein weit überdurchschnittlicher Mietpreis pro Quadratmeter nahezu sicher. Dieser würde das Mietpreisniveau in Kassel weiter ansteigen lassen.
Die Nassauische Heimstätte hat angekündigt die Bestandsmieten in den kommenden Jahren deutlich geringer anzuheben als gesetzlich erlaubt. Im Gegenzug verzichtet das Land Hessen auf rund 14 Millionen Gewinnausschüttung. Diese scheinen nun in Form eines überhöhten Kaufpreises an die Landeskasse zurück zu fließen. „Wenn die geringeren Mietpreissteigerungen in Südhessen durch den überteuerten Ankauf des Areals an der Frankfurter Straße am Ende anstatt vom Land von den Mieterinnen und Mietern in Kassel gegenfinanziert werden müssen, ist das für die LINKE nicht akzeptabel“, so Vera Kaufmann von der Kasseler Linken.
Die Kasseler Linke fordert daher sowohl vom Land Aufklärung über die Hintergründe als auch von der Stadt, die im Vorfeld an den Gesprächen beteiligt war. Die Stadt muss nun ihre Möglichkeiten nutzen, damit die überteuerten Kosten nicht auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden. „Im Landtag haben wir eine entsprechende Anfrage auf den Weg gebracht“, so Torsten Felstehausen, Landtagsabgeordneter der LINKEN.