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Die Kasseler Linke kritisiert die Kampagne „Heimat großer Herzen“ als scheinheilig angesichts der akuten Probleme im Gesundheitssektor. Die Kampagne, der sich zahlreiche Krankenhauskonzerne aus der Region angeschlossen haben, möchte durch die Herausstellung des Standorts Nordhessen Fachkräfte aus anderen Regionen anwerben.
Die Marketingkampagne blendet aus woher der Fachkräftemangel rührt. Schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne bremsen die Attraktivität des Berufs. „Wer Mitarbeiter Tag und Nacht bis zum Burnout schuften lässt, muss sich nicht wundern, wenn niemand in die Branche einsteigen will oder es dort lange aushält. Die Bedingungen in der Pflege haben längst nichts mehr mit Pflege zu tun“, so Lutz Getzschmann Fraktionsvorsitzender der Kasseler Linken.

Statt von den Pflegekräften große Herzen zu verlangen, indem sie ihren Job für die Patienten bis zur Selbstaufgabe erfüllen, sollte das Land ein Herz für die Pflege entdecken, und Gesetze zur Mindestpersonalbesetzung erlassen sowie die Gelder für Investitionen rausrücken, die derzeit auf Kosten der Beschäftigten erledigt werden. Die Krankenhäuser und Gewerkschaften könnten ebenso mit guten Tarifverträgen voran gehen. Bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne sind notwendig und stünden für eine tatsächliche Aufwertung des Pflegeberufs. In der Region wird das Gegenteil getan. Die Gesundheit Nordhessen Holding finanziert die Krankenhausmodernisierung durch Zwangsanleihen über den Zukunftssicherungsvertrag bei den Beschäftigten.
„Es ist scheinheilig, wenn davon gesprochen wird, dass man Hebammen dadurch gewinnen will, dass Menschen T-Shirts tragen. Will man sie halten, sollte man etwa die Beleghebammen mit entsprechenden Verträgen ausstatten.“ Erst letztes Jahr hatten sich Eltern und Hebammen über neue Verträge der Agaplesion Diakonie-Kliniken Kassel beschwert.