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Die Stadt hat in einer Stellungnahme auf die Kritik der Kasseler Linken an den 86 unbesetzten Stellen im Sozial- und Erziehungsdienst reagiert. Die monatelange Verzögerung bei der Besetzung hatte ein Stadtsprecher unter anderem mit der Genehmigung des Haushalts begründet. Die Kasseler Linke teilt diese Auffassung nicht. Die Betreuung in Kindertageseinrichtungen gehört zu den rechtlichen Verpflichtungen und den unaufschiebbaren Aufgaben der Kommune und muss daher nicht genehmigt werden sondern ist mit Beginn des Haushaltsjahres wirksam.
Zweitens nannte die Stadt eine saisonale Schwankung. Im Frühsommer nehme der Personalbestand regelmäßig ab. „Regelmäßiger Unterbesetzung kann durch gute Planung und ausreichende Besetzung entgegen gewirkt werden. Wenn bekannt ist, dass jedes Frühjahr Personal fehlt, dann ist das geplanter Personalmangel, der billigend in Kauf genommen wird“, kritisiert Lutz Getzschmann, Fraktionsvorsitzender der Kasseler Linken. Ein Vertretungspool ist ein zusätzliches Mittel. Der Normalzustand darf nicht die Notversorgung sein, schließlich werden die Kinder saisonal auch nicht weniger. Mit guten Arbeitsbedingungen, dem Ende der Befristungspraxis und besserer Bezahlung kann man außerdem Kündigungen vorbeugen, so die Fraktion.

Auch dass es nicht genügend Bewerber auf dem Markt gebe, bezweifelt die Kasseler Linke. Erst im Mai hatte die Stadt auf eine Anfrage der Kasseler Linken geantwortet, dass sie fast keine Ausschreibungen mache sondern vor allem Initiativbewerbungen nehme. Im ersten Halbjahr 2018 hat es lediglich zwei Ausschreibungen gegeben, auf die 150 Bewerbungen eingegangen seien. Das passt mit der jetzigen Stellungnahme der Stadt nicht zusammen. Die Kasseler Linke ruft daher auch ErzierherInnen, die eine Stelle suchen, auf sich zu melden um öffentlich zu machen, wie viele Erzieher bereit stehen würden. „Mit den Märchen muss Schluss sein. Die Stadt will nicht mehr Personal einstellen, weil sie so finanziell sparen kann und genau so kalkuliert sie auch,“ so Lutz Getzschmann von der Kasseler Linken. 27 unbesetzte Stellen im Jugendamt seien laut Stadtsprecher eine normale Fluktuation. „Die Normalität ist doch gerade das Problem. Wir brauchen eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe, und das heißt auch Personal einstellen.“