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In einer Nacht- und Nebelaktion wurde gestern der Obelisk demontiert. Zugleich wurde somit das letzte Sichtbare der d14 entfernt, auf dass die nächste hoffentlich weniger politisch sein wird. Da wird sich OB Geselle mit Sicherheit persönlich drum kümmern.
In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde von fast allen betont, dass sie den Obelisken in der Stadt behalten wollen. Aber bloß nicht da, wo er jetzt ist, wobei der Künstler schon die ganze Zeit signalisierte, dass nur dieser Standort geeignet ist. Somit war der Beschluss des SPD Antrages in der letzten StaVo eine pure Farce.

Wenn man gegen den Willen des Künstlers beschließt, den Obelisk irgendwie in der Stadt verstecken zu wollen, ist das eher ein offenes Bekenntnis zum Abbau denn ein Kompromissvorschlag. In der Stadtverordnetenversammlung gab es eine Mehrheit für den Verbleib des Obelisken in Kassel. Geselle zieht jedoch nur die Beschlüsse zu Rate, die ihm passen. Die mehrheitliche Ablehnung des CDU Antrags, welcher beinhaltete den Obelisken überall nur nicht auf dem Königsplatz zu platzieren, blieb ebenso unberücksichtigt.
"Es ist ein Armutszeugnis für Kassel, am Tag der deutschen Einheit ein Denkmal der Versöhnung abbauen zu lassen. Dass das jetzt alles so schnell ging, lässt erahnen, dass das so schon länger geplant war und es kein wirkliches Interesse an einem Verbleib der Stehle von Olu Oguibe in Kassel gab", so Stephanie Schury, kulturpolitische Sprecherin der Fraktion Kasseler Linken.
Auf eine gewisse Art vollendet der Abbau nun die Botschaft des Obelisken. Da er sich nicht fügen und unauffällig integrieren wollte, wird er nun zurück geschoben. Viele Menschen haben sich für den Verbleib eingesetzt, aber die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung zeigt, wie weit die Willkommenskultur geht.

Für die Kunst- und Kulturszene ist das alles ein herber Schlag, erst die Nachricht, das Kulturzelt wird nächste Saison nicht weitermachen, weil die Stadt sie nicht ausreichend unterstützt, nun der Abbau des Obelisken, was kommt als nächste?
Die lang ausgearbeitete Kulturkonzeption, welche von vielen Aktiven mitgestaltet wurde, kann angesichts dieser Umstände eigentlich in der Schublade liegen bleiben. Und wozu es seit einem Jahr eine Kulturdezernentin gibt, die nicht mal in Kenntnis gesetzt wird, dass der Obelisk abgebaut wird, ist ein Rätsel. Her Geselle möchte sich sein „schönstes Zuhause“ wohl ganz alleine gestalten, mit zwei Eisflächen, aber ohne Kultur. „Was ein Glück, dass wir die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas bereits gekippt haben, denn das wäre jetzt nur noch lächerlich."