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Wohnungslose sind nicht mit einem Hauptwohnsitz im Melderegister erfasst. Damit erscheinen sie nicht im daraus generierten Wahlregister. Um trotzdem wählen zu können, müssen sie spätestens 21 Tage vor der Wahl bei dem Wahlamt einer Gemeinde einen Antrag auf Aufnahme ins Wahlregister stellen. Für die Landtagswahl in Hessen ist der letzte mögliche Termin für einen Antrag Samstag, der 6. Oktober. Dafür müssen sie mit Lichtbildausweis und eidesstattlicher Erklärung, in der sie versichern, dass der Aufenthaltsschwerpunkt in den letzten drei Monaten in Hessen lag, ins Briefwahlbüro im Bürgersaal im Rathaus.

„Der Aufwand sein Leben ohne feste Wohnung zu organisieren ist riesig. Wer wählen möchte um soziale Verbesserungen zu ermöglichen, sollte daher jetzt den Antrag stellen und sich das Wahlrecht trotz höherem Aufwand nicht nehmen lassen“, so Violetta Bock von der Kasseler Linken.
In Kassel steigt die Zahl der Obdachlosenhaushalte aufgrund der verfehlten Wohnungspolitik Jahr für Jahr. Von 2016 auf 2017 sogar um 22 Prozent.
Damit die Menschen, die es betrifft, erfahren, wie Sie ihr Wahlrecht praktisch umsetzen können, wird die Kasseler Linke ein kurzes Infoblatt erstellen und verteilen.

Hintergrund
§ 5 LWO Landeswahlordnung (LWO) Eintragung der Wahlberechtigten
(4) Auf Antrag sind in das Wählerverzeichnis Wahlberechtigte einzutragen, die am Stichtag ihren dauernden Aufenthalt in Hessen haben, ohne eine Wohnung inne zu haben, § 2 Abs. 2 des Gesetzes.
(5) 1Der Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis ist schriftlich bis spätestens zum 21. Tag vor der Wahl bei der zuständigen Gemeindebehörde zu stellen; zuständig ist in den Fällen des Abs. 4 die Gemeinde, in der der Wahlberechtigte seinen Antrag stellt. 2Er muss den Familiennamen, die Vornamen, den Tag der Geburt und die Anschrift des Wahlberechtigten enthalten. 3Ein behinderter Wahlberechtigter kann sich hierbei der Hilfe einer anderen Person bedienen; § 50 gilt entsprechend.