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Der hauptamtliche Magistrat empfiehlt sich von einer Kulturhauptstadtbewerbung abzuwenden und stellt alternativ sechs kulturpolitische Ziele, welche in Zukunft zu verfolgen seien, vor. Der Ansatz in die kulturelle Infrastruktur der Stadt zu investieren anstatt ein zu erwartendes operatives Budget von 70 Mio. Euro für die Kulturhauptstadt aufzubringen, scheint sinnvoll. „Die Förderung der lokalen Kultur-Infrastruktur wird hier vor das Tourismusprojekt europäische Kulturhauptstadt gestellt“, so Stephanie Schury, kulturpolitische Sprecherin der Kasseler Linken.
Eins steht fest, der hauptamtliche Magistrat hat in dem Fall den Mut einzugestehen, wenn ein Ziel zu hochgesteckt war und den Prozess noch im richtigen Moment zu stoppen. Leider war das ein Schnellschuss von Seiten der Dezernenten ohne Rückkopplung in die Gremien, eine richtige Entscheidung, nur auf dem falschen Weg.
Zu den konkreten Zielen für eine nachhaltige Kulturpolitik zählt etwa zeitnah eine Lösung zu entwickeln um der Raumnot der freien Szene entgegenzuwirken. „Das begrüßen wir sehr, denn die Kasseler Linke hat immer wieder auf die Raumnot der freien Szene hingewiesen und das Henschelgelände als Lösung/Alternative genannt. Leider bleibt die Stadt hier unkonkret.“
Konkrete, auch finanzielle Forderungen beziehen sich nur auf die Documenta als Institution und das documenta Institut. Ebenso die Forderung nach einer neuen Stadtbibliothek, welche eigentlich schon beschlossen ist. Diese Forderung kommt nicht aus den Kulturworkshops. Das Ziel der Kulturszene bei Förderanträgen zur Seite zu stehen, ist mehr als überfällig.
Grundsätzlich muten die sechs Ziele für eine nachhaltige Kulturpolitik nach altem Wein in neuen Schläuchen an, da für die freie Szene keine konkreten Handlungsvisionen festgeschrieben sind. Nicht nur für die documenta ist ein Mehraufwand im städtischen Haushalt unumgänglich, wie es in dem Papier steht, sondern auch für lokale Kulturakteure. Die Kasseler Linke wird in Zukunft darauf achten, dass zukünftige Haushaltspläne genau diese Schwerpunkte aufweisen. Es ist Zeit die Kultur und ihre Akteure in der Stadt gut zu finanzieren.