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Es ist fragwürdig, dass die DITIB Gemeinden in Kassel noch als ausschließlich religiöse Einrichtung eingestuft sind, welche sich für religiöse Belange der Kasseler Muslime einsetzen.

Laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom 15. März, rief der Imam der Mattenberger Gemeinde Semih Ögrünc über Facebook in Zusammenhang mit dem völkerrechtswidrigen Einmarsch des türkischen Militärs Ende Januar in der syrisch-kurdischen Stadt Afrin dazu auf, „für unsere tapferen Männer zu beten, die unser Land beschützen“. Dazu postete er ein Bild mit der Aufschrift „Märtyrer sterben nicht“, welches in der Türkei von Nationalisten benutzt wird.
Bereits 2016 fiel der Imam durch eine nationalistische Rede auf einer Kundgebung am Königsplatz in Kassel auf, in der er auch schon die Bereitschaft zum Märtyrertod beschwor.

„Die DITIB Gemeinden in Kassel sind als das einzustufen, was sie wirklich sind, eine politische Einrichtung und Lobbyverein der türkischen AKP Regierung“, so Ilker Sengül.
„Das ist kein Einzelfall“, sagt Ilker Sengül, Stadtverordneter der Kasseler Linken. „Bei den letzten Parlamentswahlen in der Türkei fuhren aus der DITIB Gemeinde an der Holländischen Straße in Kassel Busse für die AKP zu den Konsulaten ab. Auf einer Feier im Mai 2017 war zudem in der Mattenberger Gemeinde auf einem osmanischen Marsch die heutige Flagge der faschistischen Grauen Wölfe zu sehen.“

Die DITIB Gemeinden stehen bundesweit durch ihre Nähe zu der Regierung in Ankara in der Kritik. DITIB untersteht der staatlichen Religionsbehörde Diyanet in der Türkei und wird von dieser finanziell gefördert. Die Imame der DITIB Gemeinden werden in der Türkei ausgebildet und nach Deutschland geschickt.

Faschistische Vereinigungen im Rat der Religionen

Auch im Rat der Religionen vertreten sind die Gemeinden der ATIB und der ATB. ATB (Verband der türkischen Kulturvereine in Europa) ist der europäische Ableger der rechtsextremen Partei BBP (Büyük Birlik Parti) in der Türkei. Die ATIB Gemeinden (Union türkisch-islamischer Kulturvereine in Europa) stehen den faschistischen Grauen Wölfen nahe.

„Wie ist es möglich, dass faschistische Verbände im Rat der Religionen Platz nehmen und diese sogar noch von der Stadt unterstützt werden? Die Verbände widersprechen den Inhalten der Selbstverständniserklärung des Rates der Religionen, die sich für Toleranz und gegen jegliche Form der Diskriminierung, Terror und Gewalt ausspricht“, so Ilker Sengül.

Hintergrund:
http://rat-der-religionen-stadt-kassel.de/selbstverstaendnis.html
http://www.fr.de/rhein-main/tuerkei-propaganda-imame-beten-fuer-den-sieg-a-1467623