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Die Kasseler Linke begrüßt, dass nun auch für die Jägerkaserne 1 eine städtebauliche Entwicklung angestrebt wird. Die bisherigen Planungen sind jedoch kurzsichtig.
In Kassel fehlt es vor allem an bezahlbarem Wohnraum. Der Bebauungsplan für das Gelände der Jägerkaserne II und III hatte für große Diskussionen gesorgt. Im letzten Jahr war von Ortsbeirat, Mieterbund und DGB kritisiert worden, dass der Investor Immovation AG bei der Schaffung von 450 Wohnungen nicht zu einer Sozialwohnungsquote verpflichtet worden ist. Die Kasseler Linke hatte eine Quote von 30 Prozent gefordert, dies wurde von anderen Fraktionen abgelehnt, weil der Investor daran kein Interesse hat. Nun tritt die Stadt selbst als Entwickler für das übrige Gebiet auf.

„Es ist richtig, dass die Stadt hier die Planung selbst in die Hand nimmt, aber dann darf sie dabei nicht wie ein Investor denken. Eine Sozialwohnungsquote von 40 Prozent nur auf diese 120 Wohnungen bezogen ist eindeutig zu wenig“, kritisiert Violetta Bock, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Kasseler Linken. „Man muss das gesamte Gebiet betrachten. Und dann sind das gerade mal 8 Prozent von den 570 Wohnungen!“ Wären die gesamten 120 Wohnungen bezahlbar, käme man auf 20 Prozent. „Das ist weniger als wir gefordert hatten, aber es ist ein Anfang.“ Die Kasseler Linke fordert daher, dass alle 120 Wohnungen von Trägern entwickelt und vermietet werden, die gemeinwohl- und nicht profitorientiert sind. Das können Genossenschaften, die städtische GWG oder auch das Mietshäusersyndikat sein. Damit entkommt man dem Problem, dass in 10 oder 20 Jahren wieder Sozialbindungen auslaufen und die Diskussion von vorne losgeht.