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Der Bebauungsplan für das Areal der Jägerkaserne, auf dem 400 Wohneinheiten entstehen sollen, geht nun in die endgültige Beschlussfassung – ohne bezahlbare Wohnungen. Das möchte die Kasseler Linke ändern. Sie fordert die Herstellung von dauerhaft günstigen Wohnungen für ein Drittel der Wohnungen. Das könne im städtebaulichen Vertrag abgesichert werden, indem ein Teil der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft GWG, Wohnungsbaugenossenschaften oder dem Mietshäusersyndikat vorbehalten wird.

Aufgrund der Größe des Quartiers würde sich dieses Gebiet für die Anwendung einer Sozialwohnungsquote anbieten. Darauf hatte bereits der Ortsbeirat Wehlheiden mit einem entsprechenden Beschluss Ende letzten Jahres hingewiesen. Die Einführung einer flächendeckenden Sozialwohnungsquote hatte die Kasseler Linke in die Debatte eingebracht, Mieterbund und DGB hatten sich ebenfalls positiv darauf bezogen. Den regierenden Fraktionen aus Grünen und SPD ging der Antrag zu weit, in der Diskussion hatten sie sich eher für eine quartiersbezogene Quote ausgesprochen. Die Jägerkaserne ist durch die Größenordnung ideal geeignet. Anfang des Jahres hatten Baudezernent Christof Nolda und Volker Mohr, Leiter des Stadtplanungsamtes, zugesagt, dies in Gesprächen mit dem Investor einzubringen. Doch es wäre nicht durchzusetzen gewesen, weil die Gespräche bereits seit 2013 laufen, damals hätte sich die Situation noch nicht so abgezeichnet. „Sollen diejenigen, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind nun weitere vier Jahre warten? Sozialverbände hatten bereits 2013 auf die Wohnungsnot hingewiesen. Seitdem ist nichts passiert. Und nun, wo sich eine konkrete Möglichkeit bietet, wird sie wieder ausgeschlagen“, kritisiert Violetta Bock, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Kasseler Linke. „Am Ende ist es ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der nicht nur der formalen Ordnung dient. Wir müssen die Interessen vieler Einwohner*innen berücksichtigen und nicht nur die eines Investors.“ Laut Kasseler Linke ist es höchste Zeit, dass die Schaffung und der Erhalt von bezahlbarem Wohnraum verbindlich abgesichert wird, das betrifft ebenso die Belgische Siedlung als auch die Bauvorhaben der GWG im Fasanenhof.
Die Straßen, die durch das Gebiet führen, sollen laut derzeitigem Bebauungsplan außerdem als Privatstraße ausgewiesen werden. Die Kasseler Linke fordert, dass sie in öffentliches Eigentum überführt werden. Auch das Liegenschaftsamt hatte darauf hingewiesen, dass sie im kommunalen Besitz langfristig besser aufgehoben wäre und dadurch spätere unnötige Komplikationen vermieden werden könnten. An verschiedenen Stellen in der Stadt sind mit Flächen mit öffentlicher Funktion im privaten Besitz (Rhönplatz Teileinzäunung und Tor versperrtes Wegerecht am FiDT Marbachshöhe) schon negative Erfahrungen gemacht worden. Trotz eindeutiger rechtlicher Regelungen war die Durchsetzung dieser Rechte sehr aufwendig oder auch erfolglos. Ein positives Beispiel ist die Übertragung der privat neu zu bauenden Straße im Block der Martini Brauerei auf die Stadt Kassel.