Ende der Sommerferien erschütterte die Meldung mit dem möglichen Abbau von 350 Arbeitsplätzen viele Beschäftigte des KVV Konzerns und ihre Familien. Im Rahmen des Projekts KVV 360° soll der Konzern wettbewerbsfähig aufgestellt werden. Unerwähnt bleibt, dass betriebsbedingte Kündigungen laut einem Flugblatt der Personalvertretung bis Ende 2022 durch Betriebsvereinbarungen ausgeschlossen sind.
„Solche Drohszenarien ohne klare Angaben vergiften das Klima und führen nur zur Verunsicherung. Wir brauchen stattdessen eine öffentliche Debatte mit klaren Fakten, wie der Konzern aufgestellt ist und wo in der Zukunft Potentiale zu sehen sind. Dies ist nicht nur Sache des Aufsichtsrats und der betrieblichen Akteure – bei einem kommunalen Unternehmen sollten auch die Öffentlichkeit und Stadtverordnete frühzeitig eingebunden sein“, so Lutz Getzschmann, Fraktionsvorsitzender der Kasseler Linken. „Immer lauter wird mit dem Ruf nach der Wettbewerbsfähigkeit jede Alternative erstickt.“ Qualitative Maßstäbe, wie wir uns kommunale Beschäftigung vorstellen, wie wir uns eine gute Infrastruktur und Verkehr vorstellen, werden nicht angelegt, kritisiert die Kasseler Linke. Dies sei schon beim Konsolidierungsvertrag, der Ende letzten Jahres bis Ende 2018 beschlossen worden war, deutlich geworden. Darin werden die Zuschüsse der Stadt an die KVV gedeckelt, statt dynamische Anpassungen etwa an Preis- und Tarifentwicklungen zu ermöglichen.