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"Weil die Stadt kein Konzern ist" war der Slogan der Kasseler Linken zur Oberbürgermeisterwahl. Die Ankündigung des „Stadtkonzern Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH" 350 der 1950 Stellen im Lauf der nächsten Jahre wegfallen zu lassen, zeigt dass die Logik der Rendite selbst im ureigenen Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge herrschend ist.

"Knapp jeder fünfte Arbeitsplatz bei der KVV und ihren Tochtergesellschaften ist betroffen und an jedem hängen Familien. In meiner Beratungspraxis für Betriebsräte erlebe ich es immer wieder, wie mit negativen Szenarien Beschäftigte und Betriebsräte auf die Gedanken der Umsatzrendite und der unbedingten Kostensenkung eingeschworene werden sollen. Dies vertieft die Spirale nach unten und erfasst zunehmend den Öffentlichen Bereich", so Torsten Felstehausen, Kandidat der Partei DIE LINKE für die Bundestagwahl. „Doch während bei Bombardier die SPD noch mit den Beschäftigten vor der Tür demonstrierte, ist sie bei der Stadt Kassel die treibende Kraft in Sachen Arbeitsplatzvernichtung", kritisiert Torsten Felstehausen weiter. „Ein leistungsfähiger Öffentlicher Dienst wird nur mit motivierten, qualifizierten und gut bezahlten Mitarbeiter*innen erfolgreich sein können. Deshalb muss die Politik des Sparens auf dem Rücken der Beschäftigten und das Dogma der „schwarzen Null" beendet werden", so der Spitzenkandidat der LINKEN.

"Einerseits heißt es dem Konzern gehe es noch gut, aber gleichzeitig soll auf dem Rücken der Beschäftigten die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens gestärkt werden. Nicht nur von denen, die auf ihren Job verzichten sollen, sondern auch denen die mit der zu erwartenden Arbeitsverdichtung den Verlust an Stellen ausgleichen müssen," kritisiert Lutz getzschmann , Fraktionsvorsitzender der Kasseler Linken. Offen sei zudem, was dies langfristig für die Versorgung der Bevölkerung bedeuten würde, da jeder Stellenabbau letztlich auch zu einer Einschränkung der Leistungen führen wird.

Die Kasseler Linke steht an der Seite derjenigen, die diese Sparlogik ablehnen und sich wehren wollen. So konnten auch bei dem Kampf gegen die Liniennetzreform mit der Initiative "Nahverkehr für alle" und den Umweltverbänden zumindest die schlimmsten Einschränkungen verhindert werden.

Gemeinsam möchte die Fraktion mit Betroffenen besprechen, mit welchen Auswirkungen auf die kommunale Versorgung gerechnet werden muss und wie man die weitere Neoliberalisierung im kommunalen Bereich noch abwenden können.