In Deutschland hat ein Wettlauf um neue Erdgasquellen begonnen. Große Energiekonzerne wie Exxon Mobil Corporation, Wintershall Holding GmbH und BNK Petroleum Inc. haben seit dem Sommer 2010 große Landstriche abgesteckt, um dort die Förderung von sogenanntem unkonventionellen Erdgas zu beantragen. So auch in Hessen.

Die Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten mit Hilfe von Fracking ist mit hohen Risiken für die Bevölkerung und die Umwelt, insbesondere das Trinkwasser, verbunden. Kohleflözgas, Schiefergas und Tight Gas sind im Gegensatz zu konventionellem Erdgas im Gestein eingeschlossen und können daher nur mit Hilfe des aufwändigen Verfahrens des Hydraulic Fracturings, kurz Fracking, gefördert werden. Beim Hydraulic Fracturing wird eine mit Chemikalien versetzte Flüssigkeit mit hohem Druck in die Tiefe gepumpt, um das gastragende Gestein aufzubrechen. Die Frac-Flüssigkeit verbleibt zu einem Teil in der Tiefe, ein anderer Teil wird wieder nach oben befördert und muss entsorgt werden.

Gefahren gehen vor allem von der Frac- Flüssigkeit aus, die in sehr großen Mengen anfällt. Dem Frac-Wasser werden Chemikalien beigemischt, deren genaue Zusammensetzung die ausführenden Unternehmen zumeist nicht bekannt geben. In den USA, wo unkonventionelles Erdgas bereits großflächig gefördert wird, kam es durch Fracking bereits zu Unfällen (Explosionen und Erdstößen) und zur Vergiftung von Trinkwasser. Darüber hinaus können im Rahmen der Erdgasförderung – gleich ob konventionell oder unkonventionell – radioaktive Substanzen über das Lagerstättenwasser in das Grund- und Oberflächenwasser gelangen.

Alle seriösen und unabhängigen Expertisen kommen zu dem Schluss, dass mit Fracking erhebliche Risiken einhergehen. Es gibt kein technisches Mittel, folgenschwere Verunreinigen der Umwelt, vor allem des Grundwassers auszuschließen. Die Kasseler Linke wendet sich daher entschieden gegen das Fracking. Risiko und vermeintlicher Nutzen stehen in keinem annehmbaren Verhältnis. Selbst die aktuelle Studie des Energiekonzerns Exxon Mobil (link zur Studie) vom April 2012 bestätigt wesentliche Bedenken gegenüber dem Fracking und spricht von einer „neuartigen Risikodimension". In Frankreich ist das Fracking gesetzlich verboten. Auch in Deutschland fürchten viele Anwohnerinnen und Anwohner sowie Betreiber von Wasserwerken um das Trinkwasser und protestieren daher gegen geplante Erdgasbohrungen mit Frac- Verfahren. Die Proteste in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen haben dazu geführt, dass die umstrittenen Pilotprojekte 2012 abgelehnt wurden.