Anträge & Anfragen

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Aufsichtsrat und Vorstand der Gesundheit Nordhessen Holding AG werden aufgefordert, jedwede Initiative zur Einrichtung einer gebührenpflichtigen Ausbildungsstätte für Medizinstudenten in Kooperation mit ausländischen Hochschulen einzustellen.
 
Begründung:
Laut Berichterstattung der HNA vom 12. und 13. März 2010 plant der Vorstand der Gesundheit Nordhessen Holding AG unter Dr. Sontheimer in Kooperation mit einer Universität in Southampton/England die Einrichtung einer „Kassel School of Medicine (KMS)“. 24 Studenten der Universität Southampton sollen am Klinikum Kassel als Lehrkrankenhaus ihre praktische Ausbildung durchlaufen. Dafür sollen Studienbeiträge von jährlich 12.000,00 € erhoben werden. (Laut Website der Universität 11.800,00 bis 26.700 €, abhängig von den gewählten Kursen.) Für die ersten 5 Jahre der Anlaufphase sei mit Zuschüssen von bis zu 4 Mill. Euro zu rechnen.
 
Die Einrichtung und Ausstattung von Universitäten und die Schaffung von Studienplätzen für Medizinstudenten sind staatliche Aufgaben. Die zusätzliche Einrichtung von wenigen Dutzend Studienplätzen für Kinder reicher Eltern liegt weder im bildungspolitischen noch im sozialpolitischen Interesse der Stadt Kassel. Aufgabe des Klinikum ist eine umfassende Gesundheitsversorgung für die nordhessische Bevölkerung auf qualitativ hohem Niveau. Hierfür ist es nicht erforderlich, daß in Kassel tätige Ärzte sich mit Professorentiteln schmücken und aus der Studentenausbildung Nebenverdienste ziehen.
Insoweit Kooperationen mit Partnerinstitutionen geschlossen werden, gleich ob diese im Inland oder im Ausland ansässig sind, ist darauf zu achten, daß hierfür seitens der Gesundheit Nordhessen AG keine wirtschaftlichen Vorleistungen gemacht werden, deren Ertrag unsicher ist.